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Gesicht

Unterspritzung mit Hyaluron und Eigenfett – Volumen, wo es fehlt

Nicht jede Falte entsteht durch Mimik. Wo Volumen verloren geht, helfen Füllsubstanzen: Hyaluronsäure für gezielte, korrigierbare Ergebnisse – oder Eigenfett für flächigen, lang anhaltenden Aufbau.

Dr. Wörl zeichnet die Zone unter dem Auge an
Hyaluronetwa 15 Minuten
Haltbarkeit Hyaluronetwa 4–12 Monate
Eigenfettambulanter Eingriff
Anwachsen Eigenfettein Teil bleibt dauerhaft

Die Hautalterung beginnt früher, als viele denken: Ab etwa dem 25. Lebensjahr lässt die Spannkraft nach, ab etwa 30 wird es sichtbar. Dabei gibt es zwei Arten von Falten. Dynamische Falten entstehen durch Muskelbewegung – sie behandelt man mit einer Faltenbehandlung, die die Muskeln entspannt. Statische Falten und eingesunkene Partien entstehen durch Volumenverlust – hier helfen Füllsubstanzen.

Hyaluronsäure

Hyaluronsäure ist ein körpereigener Stoff, der Wasser bindet und der Haut Fülle gibt. Für die Unterspritzung wird sie biotechnologisch hergestellt und unterschiedlich stark vernetzt:

  • dünnflüssige Gele für feine Linien in den oberen Hautschichten
  • festere Gele für tiefe Falten und den Aufbau von Volumen, etwa an Wangen oder Kinn
  • besonders weiche Gele für die Lippen

Ein Vorteil: Hyaluronsäure lässt sich mit einem Enzym (Hyaluronidase) wieder auflösen, falls ein Ergebnis korrigiert werden muss. Allergische Reaktionen sind sehr selten. Je nach Produkt und Region hält die Wirkung etwa 4 bis 12 Monate; dünnflüssige Gele werden schneller abgebaut als feste.

Typische Einsatzbereiche

  • Nasolabialfalten und Marionettenfalten
  • Tränenrinne und Augenringe
  • Lippen und Lippenkontur
  • Volumenaufbau an Wangen, Schläfen und Kinn

Eigenfett (Lipofilling)

Beim Lipofilling wird körpereigenes Fett verwendet – etwa aus Bauch oder Oberschenkeln. Es wird mit einer feinen Kanüle schonend entnommen, gereinigt und anschließend in kleinen Portionen fächerförmig unter die Haut eingebracht. Mit Eigenfett lassen sich eingesunkene Partien flächig auffüllen: Hohlwangen, Jochbögen, tiefe Falten, Augenringe, hängende Mundwinkel oder unruhige Konturen am Kinn.

Eigenfett ist körpereigen und wird gut vertragen. Allerdings wächst nicht das gesamte Fett an – ein Teil wird in den ersten Wochen abgebaut, der verbleibende Anteil bleibt in der Regel dauerhaft. Manchmal ist deshalb eine zweite Sitzung sinnvoll. Weil Fett entnommen und eingebracht wird, ist Lipofilling ein kleiner operativer Eingriff mit einigen Tagen Erholung.

Welche Substanz für wen?

HyaluronsäureEigenfett
Geeignet fürgezielte Falten, Lippen, kleinere Volumendefiziteflächiger Volumenaufbau, größere eingesunkene Bereiche
Haltbarkeitetwa 4–12 Monate, je nach Produktein Teil wird abgebaut, der Rest bleibt in der Regel dauerhaft
Korrigierbarja, durch Auflösen mit Enzymnur eingeschränkt
AufwandInjektion, etwa 15 Minutenkleiner Eingriff mit Fettentnahme
Ausfallzeitmeist keineeinige Tage bis etwa zwei Wochen

Von Substanzen, die sich nicht abbauen oder nicht entfernen lassen – etwa freiem Silikon oder Mischpräparaten mit Partikeln –, rate ich ab. Spätreaktionen lassen sich dann oft nur chirurgisch behandeln.

Ablauf

  1. Beratung Ich sehe mir an, wo Volumen fehlt und ob Mimik oder Gewebeverlust die Ursache ist.
  2. Hyaluron Betäubungscreme oder örtliche Betäubung, Injektion mit feiner Nadel oder stumpfer Kanüle, etwa 15 Minuten.
  3. Eigenfett Entnahme und Einbringen in örtlicher Betäubung oder Dämmerschlaf, ambulant.
  4. Danach Kühlen; bei Hyaluron meist sofort alltagstauglich, bei Eigenfett einige Tage Schonung.

Nach der Behandlung

Leichte Schwellungen, Rötungen oder kleine Blutergüsse sind normal und klingen meist innerhalb weniger Tage ab. Die behandelten Stellen sollten Sie in den ersten Tagen nicht massieren; auf Sport, Sauna und intensive Sonne verzichten Sie kurzzeitig. Nach Eigenfett-Behandlungen dauert die Schwellung länger – planen Sie bis zu zwei Wochen ein.

Risiken und Gegenanzeigen

Möglich sind Blutergüsse, Schwellungen, kleine Knötchen oder Unregelmäßigkeiten und – sehr selten – Entzündungen oder eine Einspritzung in ein Gefäß, die sofort behandelt werden muss. Gerade deshalb gehört die Unterspritzung in erfahrene Hände mit genauer Anatomiekenntnis. Nicht behandelt wird unter anderem bei akuten Entzündungen im Behandlungsgebiet, in Schwangerschaft und Stillzeit, bei bestimmten Autoimmunerkrankungen oder unter manchen Medikamenten – das klären wir im Vorgespräch.

Häufige Fragen

Sehe ich danach „aufgespritzt“ aus?

Nicht bei maßvoller Behandlung. Ziel ist, verlorenes Volumen zu ersetzen – nicht, das Gesicht zu verändern. Lieber in zwei Schritten behandeln als zu viel auf einmal.

Kann man Hyaluron mit einer Faltenbehandlung kombinieren?

Ja, das ist häufig sinnvoll: Die Faltenbehandlung entspannt die Mimik, Hyaluron füllt, was durch Volumenverlust entstanden ist.

Wann ist Eigenfett die bessere Wahl?

Wenn größere Bereiche flächig aufgefüllt werden sollen und Sie ein lang anhaltendes Ergebnis mit körpereigenem Material wünschen. Für Lippen und feine Korrekturen ist Hyaluron meist besser geeignet.