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Implantatwechsel und Kapselfibrose – wenn ein Brustimplantat Probleme macht

Brustimplantate halten lange, aber nicht zwingend ein Leben lang. Verhärtet sich die Kapsel, ist ein Implantat beschädigt oder passt es nicht mehr zum Körper, kann ein Wechsel sinnvoll sein. Hier erfahren Sie, woran Sie das erkennen und wie ein Wechsel abläuft.

Muster von Brustimplantaten auf dem Schreibtisch
GründeKapselfibrose, Defekt, Wunsch nach Änderung
Zugangmeist über die vorhandene Narbe
Kapselwird in der Regel mit entfernt
Nachsorgeähnlich wie nach einer Vergrößerung

Ein Brustimplantat ist ein Medizinprodukt – hochwertig, aber nicht unvergänglich. Viele Frauen leben jahrzehntelang beschwerdefrei damit. Bei anderen verändert sich mit der Zeit etwas: Die Brust wird fester, die Form verschiebt sich, ein älteres Implantat ist undicht geworden. Oder das Leben hat sich verändert – nach Schwangerschaften, Gewichtsschwankungen oder einfach mit den Jahren passt die Größe nicht mehr. Dann stellt sich die Frage nach einem Wechsel.

Wann ein Wechsel sinnvoll sein kann

  • Kapselfibrose: Das Bindegewebe um das Implantat hat sich verhärtet und zusammengezogen (siehe unten).
  • Defektes oder gealtertes Implantat: Ältere Implantate können mit der Zeit Material ermüden oder reißen. Auch frühere Modelle mit Kochsalzfüllung verlieren häufig an Volumen.
  • Lageveränderung: Das Implantat ist verrutscht oder hat sich gedreht – bei anatomisch geformten Implantaten fällt das sichtbar auf.
  • Entzündung: Eine Infektion im Implantatlager kann eine Entfernung notwendig machen.
  • Bestimmte Implantattypen: Für einige texturierte Implantate wurde die Zulassung wegen eines seltenen Lymphom-Risikos (BIA-ALCL) nicht verlängert. Wer solche Implantate trägt, sollte sich beraten lassen – ein Wechsel ist ohne Beschwerden aber keine Pflicht.
  • Wunsch nach Veränderung: größer, kleiner, leichter oder in Kombination mit einer Straffung.

Kapselfibrose: was dahintersteckt

Jedes Implantat wird vom Körper mit einer dünnen Bindegewebshülle umgeben. Das ist normal und erwünscht. Bei einem Teil der Frauen wird diese Kapsel jedoch dick, hart und schrumpft. Warum, ist bis heute nicht abschließend geklärt; diskutiert werden unter anderem eine unterschwellige Entzündung durch Hautkeime und Blutergüsse nach der Operation.

Typische Zeichen sind eine zunehmende Verhärtung, ein Spannungs- oder Druckgefühl, Schmerzen, eine veränderte Form oder eine neue Asymmetrie zwischen beiden Seiten.

Die vier Schweregrade nach Baker

GradBefundWas meist sinnvoll ist
Baker Iweich, weder tast- noch sichtbar verändertkeine Behandlung, Kontrolle
Baker IIleicht verfestigt tastbar, äußerlich unauffälligbeobachten, ggf. entzündungshemmend behandeln
Baker IIIdeutlich fest, Form sichtbar verändertBehandlung empfohlen
Baker IVhart, verformt, oft schmerzhaftoperative Behandlung

Bei ausgeprägter Kapselfibrose wird die verhärtete Kapsel operativ entfernt und das Implantat durch ein neues ersetzt. Das früher übliche „Aufdrücken“ der Kapsel von außen wird heute nicht mehr empfohlen.

Vorbeugen – was Sie selbst beitragen können

  • die Hinweise nach der Operation konsequent einhalten, insbesondere den Stütz-BH tragen
  • vor und nach dem Eingriff möglichst nicht rauchen
  • Blutergüsse und Entzündungszeichen frühzeitig kontrollieren lassen
  • regelmäßige Nachkontrollen wahrnehmen

So läuft ein Implantatwechsel ab

Ein Wechsel ist aufwendiger als die erste Implantation, weil meist auch die alte Kapsel entfernt wird. Der Ablauf ähnelt aber dem einer Brustvergrößerung.

  1. Beratung und Befund Wir besprechen Ihre Beschwerden und Wünsche. Unterlagen zur ersten Operation und der Implantatpass helfen sehr – bringen Sie sie bitte mit.
  2. Bildgebung Je nach Fragestellung gehören Ultraschall, gegebenenfalls eine Mammographie oder MRT dazu.
  3. Planung Wir entscheiden, ob die Kapsel ganz oder teilweise entfernt wird, welches neue Implantat passt und ob die Lage (über oder unter dem Muskel) geändert werden sollte. Auch eine Straffung oder ein Verzicht auf ein neues Implantat sind Optionen.
  4. Operation in Vollnarkose, in der Regel über die bereits vorhandene Narbe. Entfernte Kapselanteile können feingeweblich untersucht werden.
  5. Nachsorge wie nach einer Brustvergrößerung – Stütz-BH, Schonung, Kontrollen.

Ein Implantatwechsel ist eine gute Gelegenheit, alles neu zu bewerten: Größe, Form, Lage – und ob Sie überhaupt wieder ein Implantat möchten.

Nach dem Wechsel

Rechnen Sie mit einigen Tagen Spannungsgefühl und Schwellung. Den Stütz-BH tragen Sie in der Regel etwa sechs Wochen. Leichte Tätigkeiten sind meist nach ein bis zwei Wochen wieder möglich, intensiver Sport und schweres Heben erst nach etwa sechs bis acht Wochen. Die endgültige Form stellt sich über einige Monate ein.

Kosten und Krankenkasse

Ein Wechsel kostet in der Regel etwa so viel wie eine Brustvergrößerung; den genauen Betrag erhalten Sie nach der Untersuchung. Liegt ein medizinischer Grund vor, beteiligen sich gesetzliche Krankenkassen meist nur an der Entfernung – nicht am neuen Implantat. Bei einem Implantatdefekt lohnt die Nachfrage beim Hersteller, und wer eine Folgekostenversicherung abgeschlossen hat, sollte sie prüfen.

Risiken

Wie jede Operation birgt auch ein Wechsel Risiken: Nachblutungen, Infektionen, Wundheilungsstörungen, Veränderungen der Brustwarzensensibilität, Asymmetrien und auffällige Narben. Auch nach einem Wechsel kann erneut eine Kapselfibrose entstehen. Über alle Punkte kläre ich Sie vor dem Eingriff ausführlich auf.

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Häufige Fragen

Muss ich meine Implantate nach zehn Jahren wechseln lassen?

Nein, ein fester Austauschtermin besteht nicht. Wichtig sind regelmäßige Kontrollen. Ein Wechsel ist angezeigt, wenn ein Befund oder Beschwerden dafür sprechen – oder wenn Sie selbst etwas ändern möchten.

Bekomme ich durch den Wechsel neue Narben?

In den meisten Fällen wird über die vorhandene Narbe operiert. Wird gleichzeitig gestrafft, kommen Schnitte hinzu – das besprechen wir vorher genau.

Kann ich die Implantate auch einfach entfernen lassen?

Ja. Ohne Implantat wirkt die Brust allerdings oft leerer und hängender als vor der ersten Operation. Eine gleichzeitige Straffung oder eine Eigenfettbehandlung kann das abmildern.

Ich habe keinen Implantatpass mehr. Ist das ein Problem?

Es erschwert die Planung, verhindert den Eingriff aber nicht. Oft lässt sich über die damalige Klinik herausfinden, welches Implantat verwendet wurde.

Wie erkenne ich eine Kapselfibrose?

Hinweise sind eine zunehmend feste oder schmerzhafte Brust und eine veränderte Form. Sicherheit gibt die Untersuchung, gegebenenfalls ergänzt durch Ultraschall.